Digitale Spiegelreflexkameras – Ratgeber und Kaufempfehlung (oder so)

Da mich immer mal wieder Leute fragen, welche Kamera denn nun die Beste für Ihre Zwecke sei und ich eigentlich immer wieder antworte „Kommt ganz drauf an, was Du damit machen willst“, möchte ich an dieser Stelle mal einen kleinen Ratgeber erstellen (der natürlich in keinster Weise Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erhebt) bzw. einige Kaufempfehlungen aussprechen.
Ich möchte dabei auf die verschiedenen „Typen“ der Fotografen da draußen etwas näher eingehen – natürlich kann man auch hier nicht jeden in eine Schublade stecken, daher mache ich es mir zugegeben etwas einfach ;). Wer selbst nicht seine erste Spiegelreflexkamera, sondern eher die zweite oder dritte besitzt, weiß sicher wovon ich rede. Ich halte mich bewusst an die Marke Canon, da ich vom Nikon Spiegelreflexsystem keine Ahnung habe und wohl auch nie haben werde und weil ich selbst Canon Besitzer bin.

Typ I – Der Einsteiger

Der Einsteiger ist absoluter Neuling in der Spiegelreflexfotografie. Bisher hat er im Urlaub, auf Familienfeiern und sonstigen Anlässen eigentlich immer mit seiner kompakten Digitalkamera Fotos gemacht. Auch mit der neuen Spiegelreflexkamera wird der Einsteiger sich erstmal an die Vollautomatik- bzw. Programmautomatik halten, da er sich vermutlich mit dem Zusammenhang zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO Wert noch nicht auseinandergesetzt hat. Je mehr er sich aber mit der Kamera und den Einstellungen beschäftigt, desto eher wird er auch in die Kreativprogramme und die manuellen Einstellungen wechseln.

Die richtige Kamerawahl für dein Einsteiger ist entweder die Canon EOS 1000D oder die dreistelligen Modelle EOS 400D, 450D, 500D. Das Kit Objektiv ist für den Anfang auch absolut ausreichend bis man sich etwas mehr mit der Kamera auseinandergesetzt hat. Der Einsteiger wird die Grenzen der Kamera nicht so schnell ausreizen wie Typ II

Typ II – Der Aufsteiger

Der Aufsteiger hat bereits eine oder mehrere Kameras besessen und hat diese von den Funktionen her ausgereizt. Der Aufstieg auf das nächstgrößere Modell ist für den Aufsteiger die einzige Möglichkeit, seine Bilder rein vom technischen Aspekt her noch zu verbessern – die eigene Kreativität ist hier mal außen vor. Wenn die Aufnahmen ohne Blitz bei ISO 1600 einfach zu verrauscht sind oder die 3.5er Blende einfach nicht für unverwackelte Bilder bei wenig Licht ausreicht, dann fragt sich der Aufsteiger, wie er noch mehr aus der Kamera herausholen kann.
Dies geschieht meistens über den Austausch der Kamera selbst. Für den Aufsteiger empfiehlt es sich außerdem, über neue Objektive für die neue Kamera nachzudenken.

Klare Empfehlung für den Aufsteiger: Canon EOS 30D, 40D, 50D. Eventuell neue, lichtstärkere Objektive mit schnellerem Fokus.

Typ III – Der Halbprofi

Der Halbprofi unterscheidet sich in nicht allzuvielen Punkten vom Aufsteiger. Lediglich die Erfahrung macht hier den Unterschied.
Er hat schon viele Situationen und Tücken der Fotografie erlebt und kennt seine Kamera mitsamt ihrer Einstellungen sehr gut. Eventuell hat er auch schon das eine oder andere Bild gegen Geld geschossen. Im Objektivpark befindet sich meist mehr als nur eine Linse und diese sind meist allesamt gut bis sehr gut. Er weiß, in welcher Situation er besser eine Festbrennweite verwendet und welche Vor- und Nachteile das RAW Format hat.

Empfehlungen für diesen Fotografentyp sind schwierig. Meistens befindet sich schon eine (oder sogar mehrere) gute Kamera(s) in der Fototasche. Falls Vollformat noch kein Thema ist, könnte man hierüber nachdenken. Hier ist von den zweistelligen Modellen bis hin zur EOS 1D alles drin, sofern der Geldbeutel das zulässt.

Typ IV – Der Profi

Über Fotografenprofis kann ich selbst nicht viele Worte verlieren, denn ich bin keiner.
Ich kenne nur diejenigen, die sich als Profi bezeichnen würden, aber ich rede hier von den Fotografen, die von anderen als Profi bezeichnet werden! Ganz klar, hier spielt meistens das Geld verdienen eine Rolle, also ist hier eine berufliche Ausbildung zum Fotografen (oder ähnliches) der Hintergrund. Der Profi kennt alle Einstellungen seiner Kamera und weiß, wie er in welchen Situationen zu reagieren hat, um das beste Bild zu bekommen.
Fotostudios oder Veranstaltungen, auf denen er akkreditiert ist, sieht der Profi natürlich öfter.

Empfehlungen: Gibts keine, er kennt sich selber genug aus 😀

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An dieser Stelle mal sorry für den vielen (bilderlosen) Text, aber das muss auch manchmal sein. Ich möchte nochmal wiederholen, dass hier keiner in eine Schublade gesteckt werden soll, wer sich in der Beschreibung nicht wiederfindet ist eben was Besonderes!

Zum Schluss würde ich gerne noch ein paar informative Seiten empfehlen, die immer wieder Tips und Anregungen zur Fotografie mit ihren Lesern teilen. Alle Seiten, die ich hier aufliste, besuche ich auch selbst regelmäßig und kann sagen, dass ich schon gut was mitgenommen habe an Ideen, Kniffen und schönen Bildern.

kwerfeldein.de – Martin Gommel über die Fotografie mit zahlreichen Tips und natürlich auch vielen Bildern.

lens-flare.de – Hier bloggen Steffen Göthling und seit neuestem auch Besim Mazhiqi über die Fotografie.

konzertfoto-faq.de – Peter Wafzig fällt wohl in die Kategorie Profi und gibt auf seiner Seite sehr Interessante Tips vor allem für die Konzertfotografie.

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Geschrieben von

Marc

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 http://www.linseneintopf.com

14

10 2009

3 Comments Etwas sagen ↓

Kommentare absteigend

  1. 1

    hehe ich bin absolut kein profi nur die 20D,30D,40D werden viel zu sehr überschätzt sind meines erachtens sogar teilweise schlechter,.. im vergleich der bildqualität zwischen 50 und 500D unterliegt die 50D klar. Der nächste Sprung ist nur das Vollformat. einzig auf gute Linsen bzw. Gläser kommt es an!

    nikon war im alten jahrtausend in ihrem fach meister aber im digitalen zeitalter sind sie eher bauchfleckkandidaten.. vgl. spigelvorauslösung d90 und co. die d3s ist nichtmal vollformat .. kann aber 28bilder .jpg pro sec (who cares!?)

    nur auf das bild kommt es an und das man freude hat, der rest ist nur für techniksüchtler es gibt ja erfolgreiche fotografen die mit billigsten material bekannt wurden wie der herr richardson und am anfang photoshop und lightroom vergessen.. ist zwar nett aber es geht auch ohne! :)

  2. 2

    Hey Peter,
    stimmt ich hatte eigentlich einen ganz wichtigen Satz vergessen, danke, dass Du das ansprichst!
    Letztlich kommt es eben wirklich nicht darauf an, was man für eine Ausrüstung hat, solange man eine gute Idee hat, die beim Betrachter was auslöst ist es eigentlich egal WOMIT das Bild gemacht wurde, denn der Fotograf macht letztlich das Bild, die Kamera ist nur Werkzeug.

  3. 3

    Ich kenn mich zwar gar nicht damit aus, aber ich find diesen Eintrag super! Danke Marc :)



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