Landschaftsfotografie – 4 Tips zur Bildkomposition

Es gibt ja genug „Regeln“ oder „Richtlinien“ in der Fotografie, die man vielleicht schonmal irgendwo gehört hat, die man entweder befolgen kann oder eben auch nicht. Eine dieser Richtlinien – zugleich wohl auch eine der bekanntesten – zur Bildkomposition ist wohl der goldene Schnitt. Solche Regeln kann man entweder befolgen, man kann es aber auch einfach lassen. Trotzdem ist es vielleicht nicht ganz verkehrt, sie im Hinterkopf zu haben.
Ich selbst bin ja eher jemand, der einfach mal drauf los fotografiert, wenn sich ein schönes Motiv irgendwo findet. Meistens mache ich mir erst hinterher drüber Gedanken, ob der Bildschnitt jetzt optimal ist oder nicht und bei Bedarf stelle ich einfach ein bisschen frei. Aber vielleicht hilft es ja da draußen jemandem, dann hat sich dieser Beitrag schon gelohnt.

1. Geometrische Formen

Die meisten Bilder, bei denen im Vorfeld auf diese geometrischen Formen geachtet wurde, haben wohl in irgendwie eine Dreiecksform, die den Blick auf bestimmte Aspekte im Bild lenken will. Solche geometrischen Formen schaffen eine ausgeglichene Komposition und sind nicht unangenehm fürs Auge. Im Beispielbild geht der Blick im Normalfall auch eher auf den Punkt am Horizont, auf den die Linien der Felder zulaufen, der Vordergrund wirkt eher uninteressant auf den ersten Blick.

Foto von Katarina 2353

Foto von Katarina 2353

Noch ein weiteres Beispiel, diesmal etwas dramatischer und keine klassiche Landschaft :)

Foto von xNstAbLe

Foto von xNstAbLe

2. Diagonale Linien

Diagonale Linien müssen keine Linien im klassischen Sinne sein. Es kann sich auch um eine Form handeln, einen Weg oder Pfad oder eine Baumreihe. Die Möglichkeiten sind hier ziemlich vielfältig. Ziel ist es auch hier wieder, den Betrachter auf das Hauptmotiv aufmerksam zu machen oder aber um Kontraste aufzuzeigen. Noch effektiver ist es, wenn man mehrere Linien hat, die von verschiedenen Teilen des Bildes auf einen bestimmten Punkt zulaufen und somit den Betrachter auf einen speziellen Punkt aufmerksam werden lassen.

Ein Beispiel, wie die Linie selbst zum Hauptmotiv werden kann:

Foto von Aerial Photography

Foto von Aerial Photography

Oder die Diagonale grenzt den Vordergrund zum Hintergrund ab:

Foto von Feuillu

Foto von Feuillu

3. Der goldene Schnitt

Der goldene Schnitt dürfte wohl die am häufigsten benutzte Kompositionsmethode sein.
„Streckenverhältnisse im Goldenen Schnitt werden in der Kunst und Architektur oft als ideale Proportion und als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie angesehen“, um mal aus Wikipedia zu zitieren. Ziel beim Goldenen Schnitt ist es also, das Hauptmotiv zu 2/3 und den uninteressanteren Hintergrund zu 1/3 abzulichten. Ob es gängig oder sinnvoll ist, die Proportionen umzukehren kann ich jetzt nicht sagen. Ich persönlich würde das Hauptmotiv wohl immer zu 2/3 füllend abbilden.

Foto von ♥ Susan ♥

Foto von ♥ Susan ♥

4. Motive „einrahmen“

In der Landschaftsfotografie ist es sowieso interessant, Objekte im Vordergrund mit abzubilden, um das Bild interessanter zu gestalten. Alternativ kann man aber auch Objekte an den Rändern oder komplett um das Hauptmotiv herum als „Rahmen“ verwenden, um die Wirkung zu verstärken. Dies kann man mit Ästen von Bäumen, Brücken usw. ganz gut realisieren.

Foto von ArtByChrysti

Foto von ArtByChrysti

Ich versuche auf jeden Fall, mir diese Stilmittel etwas zu verinnerlichen, weil sich gerade die Landschaftsfotos z.B. aus dem Urlaub von den Schnappschüssen, die man eben mal im Vorbeigehen macht, abheben sollen. Ich bin sowieso sehr selbstkritisch und Fotos, die zu gewöhnlich aussehen fallen oft schon auf der Kamera dem Löschbutton zum Opfer. Und wenn man wirklich mal ein paar Minuten mehr Zeit hat, kann man sich das ja mal ins Gedächtnis rufen und evtl. sogar ein schöneres Bild auf den Sensor bringen.

Geschrieben von

Marc

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20

10 2009

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