Strawberry Splash – wie wurd’s gemacht?

Vergangene Woche hatte ich dieses tolle Bild hier erwähnt:

(c) Davit Kittos

(c) David Kittos

Für mich und meine fotografischen Verhältnisse ist dieses Bild technisch perfekt. Die schärfe stimmt. Der Kontrast vom Hintergrund zum Hauptmotiv ist stimmig und angenehm für das Auge.
Mir geht es immer so, dass ich sehr kritisch bin mit den Bildern. Mir sind die meisten Aufnahmen nie scharf genug oder vom Schnitt her zu ungünstig, überall schleichen sich kleine Fehler ein. Daher finde ich es nicht schlimm, hier und dort mal zu versuchen, Perfektion zumindest nachzumachen 😉 Für sowas bieten sich Stilleben (auch wenn es in diesem Fall eher sehr dynamisch ist als still) eigentlich sehr gut an. Man hat eine unbegrenzte Anzahl an Versuchen, bis das endgültige Bild im Kasten ist. Und in Fällen wie diesen ist der Fotograf dann sogar noch so nett und beschreibt seinen kompletten Aufbau, wie er das Ergebnis erzielt hat.

David Kittos hat die Erdbeere aus einer Höhe von ca. 45 Zentimetern auf einen Löffel voll Sahne fallen lassen. Mein erster Gedanke dabei war, dass da sicher jede menge „Fehlversuche“ zustande gekommen sind.

Most of the times I missed, but occasionally I was successful.

Letztlich ist es wohl ein Geduldsspiel, wie es doch so oft der Fall ist, wenn man sich am Ende über eine gelungene Aufnahme freuen will. Was mich aber viel mehr interessiert hat ist, wie man den Zeitpunkt, an dem die Erdbeere auf den Löffel trifft, so gut festhalten kann.
Lichtschranke ist hierbei das Zauberwort. David hat ein System benutzt, dass sich StopShot nennt. Da mir das komplett neu war, dass man sowas mit seiner Kamera verbinden kann, weiß ich leider auch nichts genaueres über dieses Produkt, ich kann mir nur vorstellen, dass man eben eine gewisse Verzögerung einstellt und die Kamera nach einer kurzen Zeit X, nachdem die Erdbeere die Lichtschranke passiert hat, auslöst – mitsamt Blitz(en).

20091207_03

(c) David Kittos

Die Aufnahme wurde in absoluter Dunkelheit ausgeführt, daher die kleine Taschenlampe. Der Blitz mit dem Gridspot erledigt alles Nötige was mit Licht zu tun hat. Durch den Spot wird außerdem dafür gesorgt, dass sich die Ausleuchtung auf die Erdbeere in einem Punkt konzentriert.
Wie man so einen Gridspot selbst bauen kann ist in diesem Artikel auf diyphotography.net sehr schön beschrieben. Der Löffel wird von einer robusten Klammer gehalten, damit das Gewicht der Erdbeere nicht die gesamte Konstruktion zusammenbrechen lässt.

Mich fasziniert, wieviel Technik abseits der Kamera für so ein Bild hier zum Einsatz gekommen ist. Da ich nicht so oft solche Bilder mache bzw. vor habe zu machen, würde sich eine Investition von 300$ für eine solche Lichtschranke wohl nicht lohnen. Mit gutem Timing (in absoluter Dunkelheit sicherlich schwierig 😀 ) lässt sich vielleicht mit viel Glück und sehr viel Ausschußbildern auch ein akzeptables Bild produzieren.

Vielleicht fühlt sich ja jetzt jemand zum Nachmachen animiert und mag seine Ergebnisse mal in die Kommentare posten? 😉

Geschrieben von

Marc

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07

12 2009

2 Comments Etwas sagen ↓

Kommentare absteigend

  1. 1

    Hinweis am Rande: Die Lichtschranke löst nur den Blitz aus, die Kamera hat via BULB die ganze Zeit belichtet (laut der Beschreibung des Fotografen bei flickr).
    Davon abgesehen könnte man sich (Elektro-Bastel-Geschick vorrausgesetzt) soetwas auch selbst basteln – einfache Lichtschranken gibt es als Kinder-Bausatz in jedem guten Elektroladen. Das muss dann „nur noch“ an einen Auslöser – dafür gibt es wiederum auch viele schöne Anleitungen oder man kauft sich eine billig-Funkauslöse bei ebay und lötet da direkt dran. Hm… das liegt hier alles rum :) aber leider keine Zeit.

  2. 2

    Hi zusammen,

    schöne Beschreibung, kleine Ergänzung noch:

    Ja, das stimmt mit dem Bulb-Mode, und das fragt man sich vllt, warum? Warum den Blitz fernzünden und nicht die Kamera (die dann wiederum per rf trigger den Blitz zündet)? Hat mich auch interessiert, nachfragen brachte die Lösung:

    David verwendet eine Olympus SLR, die mit stattlichen und auch noch unzuverlässigen 300 ms Auslöseverzögerung zu langsam ist. Daher …

    Mit Canon und Nikon geht das auch ohne. Und ums nochn bisschen schneller zu machen: Spiegelvorauslösung verwenden! Details erklärt auch die Seite zum deutschen Produkt „Jokie“, da sind auch ein paar Artikel bzw Fall- und Aufbaubeispiele zu dem Kram zu finden.

    Noch kurz zur Idee, da rasch was selbst zusammenzulöten: Viel Spaß! Die Kameraansteuerung ist noch das einfachste (open collector oder open drain-Ausgang — schließt die Kontakte an der Kam), aber eine zuverlässige (Reflex-)Lichtschranke? Die auch Teile von nur einigen wenigen mm erkennt? (Tropfen) Nicht trivial! Am aufwändigsten ist wahrscheinlich die Optik, auch Jokie hat kleine Linsenelemente vor Sender und Empfänger.

    Grüße
    Vicco



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